Ratgeber

Lebenshaltungskosten Schweiz: Budgetplanung mit Vorlage

Aktualisiert am 27. April 2026
16 Min. Lesezeit
Taschenrechner und Münzen für die Budgetplanung

Die Schweiz ist teuer, das weiss jedes Kind. Wie teuer wirklich, merken Sie erst, wenn Sie am Monatsende auf Ihrem Konto stehen und nichts von Ihrem 6’500-Franken-Lohn übrig haben. Dieser Ratgeber gibt Ihnen die ehrlichen Lebenshaltungskosten Schweiz, eine Budgetplanung-Vorlage zum Sofort-Übernehmen und die Stellschrauben, an denen Sie als Single, Paar oder Familie wirklich drehen können, ohne Ihr Leben zu opfern. Die Zahlen stützen sich auf den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) und die Konsumerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS), die Budgetbeispiele der Budgetberatung Schweiz und die Praxiswerte der Caritas Schuldenberatung.

Wie viel kostet das Leben in der Schweiz pro Monat?

Die kurze Antwort: Eine Einzelperson kommt 2026 selten unter CHF 3’500 pro Monat weg, ein Zwei-Personen-Haushalt liegt bei CHF 5’500 bis 6’500 und eine vierköpfige Familie braucht je nach Wohnort zwischen CHF 9’000 und CHF 12’000. Das sind Lebenshaltungskosten ohne Luxus, ohne Sparrate und ohne grosse Ferienreise.

Der Treiber Nummer eins ist die Miete, dicht gefolgt von der Krankenkassenprämie und den Steuern. Diese drei Posten machen in fast jedem Schweizer Haushalt mehr als die Hälfte aller Ausgaben aus, und genau hier entscheidet sich, ob Sie finanziell entspannt leben oder jeden Monat aufs Neue rechnen müssen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) zeigt in seiner Haushaltsbudgeterhebung seit Jahren dasselbe Bild: Wohnen, Gesundheit und Pflichtabgaben fressen den Lohn schneller, als die Gehaltserhöhung kommt.

Gesamtbudget nach Profil im Überblick

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen ehrlichen Schnitt. Sie basiert auf den Budgetbeispielen von Budgetberatung Schweiz, der Konsumerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS), dem Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) sowie den Krankenkassenprämien des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Vergleichswerte zur Plausibilisierung finden Sie auf Comparis Lebenshaltungskosten und Numbeo, beide ziehen ihre Daten aus User-Reports und ergänzen die offiziellen BFS-Zahlen mit Stadt-Granularität.

ProfilBruttoeinkommenNettoeinkommenFixkostenVariable KostenSparpotenzial
Single, StadtCHF 6’500CHF 5’600CHF 3’200CHF 1’700CHF 700
Single, LandCHF 6’500CHF 5’600CHF 2’600CHF 1’600CHF 1’400
Paar ohne KinderCHF 11’000CHF 9’500CHF 5’200CHF 2’800CHF 1’500
Familie, 2 KinderCHF 13’000CHF 11’200CHF 7’400CHF 3’600CHF 200
RentnerpaarCHF 7’200CHF 6’800CHF 4’400CHF 2’000CHF 400

Sparpotenzial heisst hier: das, was nach allen Pflichtausgaben übrig bleibt und auf ein Sparkonto, in die Säule 3a oder in einen ETF wandern kann. Bei einer Familie mit zwei Kindern in der Stadt kippt dieser Wert schnell ins Negative, sobald die Krippe dazukommt.

Miete: Der grösste Brocken im Budget

Die Miete frisst in fast jedem Schweizer Haushalt zwischen 25 und 35 Prozent des Nettoeinkommens. Das BFS rechnet bei einer durchschnittlichen Mietwohnung mit einer Nettomiete von rund CHF 1’400, dazu kommen Nebenkosten von CHF 200 bis CHF 350 für Heizung, Warmwasser, Hauswartung und Kabelanschluss. Wo Sie wohnen, entscheidet aber alles.

Mietpreise nach Stadt im Vergleich

Stadt1.5 Zimmer3.5 Zimmer4.5 Zimmer
GenfCHF 1’650CHF 2’400CHF 3’200
ZürichCHF 1’500CHF 2’200CHF 2’800
LausanneCHF 1’350CHF 2’000CHF 2’600
BaselCHF 1’200CHF 1’750CHF 2’300
BernCHF 1’050CHF 1’500CHF 2’000
LuzernCHF 1’150CHF 1’650CHF 2’150
St. GallenCHF 950CHF 1’350CHF 1’750
LuganoCHF 1’000CHF 1’450CHF 1’850

Die Werte sind Angebotsmieten für inserierte Wohnungen. Wer in einer alten Wohnung mit Altmiete sitzt, zahlt oft 30 bis 40 Prozent weniger und sollte sich einen Umzug zweimal überlegen. Genf bleibt 2026 mit Abstand die teuerste Schweizer Grossstadt, dicht gefolgt von Zürich und Zug. In Jura, Uri oder Glarus liegen die gleichen Wohnungen für die Hälfte auf dem Markt, dafür ist der Arbeitsweg ein anderer.

Nebenkosten richtig einschätzen

Nebenkosten sind kein Pauschalpreis, den Sie blind zahlen, sondern eine Akontozahlung. Am Jahresende rechnet die Verwaltung exakt ab. Steigt der Ölpreis, kommt eine Nachzahlung; sinkt er, kriegen Sie Geld zurück. Planen Sie bei einer 4-Zimmer-Wohnung mit CHF 250 bis CHF 400 pro Monat für Heizung, Warmwasser und allgemeine Kosten. Strom kommt obendrauf und liegt für einen Zwei-Personen-Haushalt 2026 bei CHF 80 bis CHF 110 monatlich, je nach Stromanbieter und Heizsystem.

Krankenkasse: Was Pflicht ist und wo Sie sparen

Die obligatorische Grundversicherung ist der zweitgrösste Brocken im Schweizer Budget und der einzige, bei dem Ihr Arbeitgeber nichts zuschiesst. Für 2026 hat das BAG die Prämien erneut nach oben korrigiert: Die mittlere Monatsprämie für Erwachsene steigt um 4,1 Prozent auf CHF 465.30, junge Erwachsene zwischen 19 und 25 zahlen im Schnitt CHF 326.30, Kinder bis 18 Jahre CHF 122.50. Eine vierköpfige Familie liegt damit allein bei der Grundversicherung bei rund CHF 1’175 pro Monat, ohne Zusatzversicherung, ohne Zahnarzt, ohne Unfall.

Franchise, Selbstbehalt und die Praxis-Rechnung

Die Franchise wählen Sie selbst zwischen CHF 300 und CHF 2’500 pro Jahr. Je höher die Franchise, desto tiefer die Monatsprämie. Klingt nach Sparen, ist aber nur dann eine gute Idee, wenn Sie wirklich gesund sind. Die einfache Faustregel: Lohnt sich eine hohe Franchise von CHF 2’500, sobald Sie im Jahr weniger als rund CHF 1’700 Differenz zur tiefsten Franchise herausholen. Sobald Sie mehr als zwei, drei Arztbesuche im Jahr haben, kippt die Rechnung.

Auf jede Rechnung kommt nach der Franchise zusätzlich ein Selbstbehalt von 10 Prozent, maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene. Wer also wegen einer Operation oder einer chronischen Krankheit ohnehin ans Maximum kommt, fährt mit der tiefsten Franchise von CHF 300 günstiger.

Wechselfrist 30. November nicht verpassen

Einmal im Jahr dürfen Sie Ihre Krankenkasse wechseln, und der Stichtag dafür ist der 30. November. Die Kündigung muss bis dahin schriftlich und eingeschrieben beim aktuellen Versicherer ankommen, sonst läuft der Vertrag automatisch ein Jahr weiter. Wer 2026 von Sanitas zu CSS, Helsana, Swica, Concordia oder einer günstigeren Regionalkasse wechseln will, sollte den Vergleich auf Priminfo oder Comparis im Oktober machen, nicht erst am 28. November in Panik. Der Prämienrechner auf priminfo.admin.ch ist die offizielle Quelle des BAG und führt Sie Schritt für Schritt durch alle Anbieter in Ihrer Wohngemeinde.

Individuelle Prämienverbilligung (IPV)

Wer wenig verdient, hat in jedem Kanton Anspruch auf die individuelle Prämienverbilligung. Die IPV ist keine Almosen-Hilfe, sondern ein gesetzlicher Anspruch nach Bundesgesetz und kann je nach Kanton bis zu 50 Prozent der Prämie übernehmen. Die Einkommensgrenzen unterscheiden sich von Kanton zu Kanton: Zürich rechnet anders als Bern, Bern anders als Wallis. Ein Gang zur Ausgleichskasse oder ein Antrag online lohnt sich, wenn Sie als Single unter CHF 50’000 oder als Familie unter CHF 100’000 brutto verdienen. Wer den Kanton wechselt, beantragt die IPV neu — die Ansätze unterscheiden sich teils dramatisch. Welche Schritte beim Kassenwechsel über die Kantonsgrenze pflicht sind, steht im Ratgeber Krankenkasse beim Umzug in einen anderen Kanton.

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Steuern: Wo Sie wohnen, entscheidet 20’000 Franken

Die Schweizer Steuerlandschaft ist ein Flickenteppich. Bund, Kantone und Gemeinden ziehen jeder eigene Hebel, dazu kommen Konfessionssteuer, Vermögenssteuer und in einigen Kantonen die Liegenschaftssteuer. Die Spannbreite ist brutal: Ein Ehepaar mit CHF 200’000 Nettoeinkommen zahlt in Zug rund CHF 16’400 Steuern pro Jahr, in Genf über CHF 40’000. Das sind über CHF 23’000 Differenz, jedes Jahr, allein wegen der Postleitzahl.

Steuerbelastung nach Kanton (Hauptort, Spitzensatz)

KantonSpitzensatzBeurteilung
Zug22,7 %Tiefster Tarif der Schweiz
Schwyz22,6 %Steueroase Innerschweiz
Nidwalden24,3 %Top fünf für Vermögende
Obwalden24,8 %Beliebt bei Selbständigen
Appenzell IR26,4 %Tiefe Belastung, kleine Gemeinden
Luzern31,2 %Solide Mitte
Zürich33,5 %Mittel, je nach Gemeinde stark verschieden
Basel-Stadt36,8 %Höher als Basel-Land
Bern41,1 %Im oberen Drittel
Waadt41,5 %Hoch, vor allem für Einkommen über CHF 250’000
Genf43,3 %Höchste Belastung der Schweiz

Wichtig: Diese Werte gelten für hohe Einkommen. Bei einem Nettoeinkommen von CHF 80’000 für eine Einzelperson liegt die Gesamtbelastung in Zug bei rund 8 Prozent, in Genf bei rund 16 Prozent. Die Differenz bleibt aber spürbar, und sie multipliziert sich über die Jahre.

Vermögenssteuer und Kirchensteuer

Im Gegensatz zu Deutschland kennt die Schweiz auf Kantonsebene eine Vermögenssteuer. Sie ist tief, aber sie existiert. Wer ein eigenes Wertpapierdepot, ein Sparguthaben oder eine Liegenschaft besitzt, deklariert das jährlich. Die Kirchensteuer fällt nur an, wenn Sie Mitglied einer Landeskirche sind (römisch-katholisch, reformiert oder christkatholisch). Ein Austritt spart pro Jahr CHF 300 bis CHF 1’500, je nach Einkommen und Kanton.

Lebensmittel, Transport, Freizeit

Nach den drei grossen Posten kommt das Tagesgeschäft. Hier haben Sie den meisten Hebel, wenn Sie sparen wollen, ohne Ihr Leben umzubauen.

Lebensmittel und Haushalt

Eine Einzelperson gibt 2026 zwischen CHF 400 und CHF 600 pro Monat für Essen und Trinken aus, ein Zwei-Personen-Haushalt CHF 700 bis CHF 950, eine Familie mit zwei Kindern schnell CHF 1’200 bis CHF 1’600. Wer konsequent bei Aldi und Lidl einkauft statt bei Coop oder Migros, spart 25 bis 35 Prozent. Die deutschen Discounter haben ihre Schweizer Produkte längst angepasst, Qualitätsunterschiede gibt es bei Grundnahrungsmitteln kaum noch. Frische Milchprodukte, Fleisch und Brot vom Migros oder Coop bleiben besser, das ist Geschmackssache und kostet halt.

Mobilität

Ein Generalabonnement (GA) der SBB kostet 2026 in der zweiten Klasse CHF 3’995 pro Jahr, das Halbtax CHF 190. Wer pendelt, fährt mit dem GA fast immer günstiger als mit dem Auto. Ein eigenes Auto kostet inklusive Versicherung, Treibstoff, Service und Wertverlust pro Monat zwischen CHF 600 und CHF 900, je nach Modell. In einer Stadt wie Zürich oder Basel ist der ÖV objektiv besser, billiger und schneller als das Auto.

Freizeit, Kleidung, Versicherungen

Hier liegt typischerweise das letzte Drittel des Budgets. Ein realistischer Posten für eine Einzelperson:

  • Kleidung und Schuhe: CHF 100 bis CHF 200
  • Restaurant, Coffee, Ausgang: CHF 200 bis CHF 400
  • Hobby, Sport, Streaming: CHF 80 bis CHF 200
  • Hausratversicherung und Privathaftpflicht: CHF 25 bis CHF 45
  • Mobilfunk und Internet: CHF 60 bis CHF 110

Hausratversicherung und Privathaftpflicht sind in mehreren Kantonen Pflicht (z.B. Waadt) und überall dringend empfohlen. Die Kombination kostet bei Allianz, AXA, Zurich oder Mobiliar zwischen CHF 280 und CHF 540 im Jahr und gehört in jedes Budget.

Sozialversicherungen und Vorsorge

Was vom Bruttolohn abgezogen wird, sehen Sie auf der Lohnabrechnung als Pflichtblock. AHV, IV und EO ziehen 5,3 Prozent vom Lohn, der Arbeitgeber zahlt nochmal denselben Satz. Die Arbeitslosenversicherung (ALV) liegt bei 1,1 Prozent. Die berufliche Vorsorge (BVG, zweite Säule) startet ab Alter 25 und kostet je nach Pensionskasse 7 bis 18 Prozent vom versicherten Lohn, hälftig geteilt mit dem Arbeitgeber.

Säule 3a: Die wichtigste freiwillige Säule

Die dritte Säule ist freiwillig, aber sie ist das beste Steuerinstrument, das Sie als Angestellte oder Angestellter haben. 2026 dürfen Sie als angestellte Person mit Pensionskasse maximal CHF 7’258 pro Jahr in die Säule 3a einzahlen und vom steuerbaren Einkommen abziehen. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent sind das CHF 2’180 zurück, jedes Jahr. Wer früh anfängt und konsequent einzahlt, baut über 30 Jahre ein zweites Vorsorgepolster auf, das im Pensionsalter den Unterschied macht zwischen knapp und entspannt.

Selbständige ohne Pensionskasse dürfen sogar bis zu 20 Prozent ihres Nettoeinkommens, maximal CHF 36’288 in die Säule 3a einzahlen. Anbieter sind alle grossen Banken und spezialisierte Vorsorge-Apps wie VIAC, Frankly, Finpension oder True Wealth, die mit tiefen Gebühren und einer ETF-basierten Anlagelösung deutlich bessere Renditen liefern als ein klassisches Bankkonto.

Budgetplanung-Vorlage zum Übernehmen

Eine gute Budgetvorlage ist nicht die hübscheste, sondern die, an die Sie sich wirklich halten. Die folgende Vorlage stammt in ihrer Grundstruktur aus den Empfehlungen von Budgetberatung Schweiz, ist aber auf Schweizer Realität 2026 angepasst und kommt mit konkreten Richtwerten.

Monatliche Posten als Vorlage

KategoriePostenSinglePaarFamilie
WohnenNettomiete1’4001’9002’400
Nebenkosten200280350
Strom5090140
Hausrat / Haftpflicht304050
VersicherungKrankenkasse Grund4659301’175
Zusatzversicherung60120240
VerkehrÖV / Auto200350500
SteuernRückstellung6001’100900
VorsorgeSäule 3a6001’200600
HaushaltLebensmittel5008001’400
Drogerie / Hygiene60100180
KommunikationHandy / Internet80130180
PersönlichesKleidung120200350
Freizeit / Hobby200350400
Restaurant / Ausgang200350250
ReserveRücklage200400300
Total4’9658’3409’415

Die Spalten sind als Richtwerte zu lesen, nicht als Gesetz. Wer in Genf wohnt, schiebt die Miete locker um CHF 800 nach oben; wer im Jura lebt, knapst hier CHF 600 weg. Die Logik bleibt aber dieselbe: Erst die Fixkosten zementieren, dann den Rest verteilen, immer eine Reserve einplanen.

Drei Regeln, die jede Budgetvorlage stark machen

  1. 50-30-20-Faustregel: 50 Prozent fix (Wohnen, Versicherung, Steuern), 30 Prozent variabel (Essen, Freizeit, Mobilität), 20 Prozent Sparen und Vorsorge. Wer in der Stadt wohnt, kommt auf 60-25-15, das ist okay, solange die 15 Prozent Sparen nie unter null fallen.
  2. Steuerkonto separat: Legen Sie jeden Monat ein Zwölftel Ihrer Jahressteuern auf ein eigenes Konto. So kommt die Steuerrechnung im Frühling nicht als Schock.
  3. Reserve drei Monatslöhne: Bevor Sie investieren, bauen Sie eine Cash-Reserve in der Höhe von drei Nettomonatslöhnen auf. Zahnarzt, Waschmaschine, ungewollte Kündigung, irgendwas kommt immer.
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Budget-Apps und Tools für die Schweiz im Vergleich

Eine Budgetvorlage auf Papier ist die eine Sache. Wer monatlich wirklich sieht, wo das Geld hingeht, nutzt eine App oder ein Banking-Tool. Die Schweizer Auswahl ist solide, Sie müssen nur den Typ finden, der zu Ihrer Disziplin passt.

Reine Budget-Apps

  • YNAB (You Need A Budget): Gold-Standard für Zero-Based-Budgeting, jede Krone bekommt einen Job. Englisch, abo-pflichtig (rund CHF 110 pro Jahr), CHF und Multi-Konto-Support stark.
  • Toshl Finance: 25 Sprachen, Schweizer Konten via Salt Edge anbindbar, gratis mit Werbung, Pro-Plan rund CHF 30 pro Jahr.
  • Bling: Schweizer Familien-App, Taschengeld, Sparziele, Kinderkonten mit Prepaid-Karte. Eltern sehen jede Ausgabe der Kinder live.
  • Spendee: Visuelle Cashflow-Diagramme, gut für visuelle Typen, gratis bis drei Wallets.
  • MoneyControl: Open Source aus Deutschland, alles lokal auf dem Handy, keine Cloud, kein Konto-Sync.
  • Splitwise und Tricount: Beide für geteilte Ausgaben in WG, Reisen oder Paaren. Tricount ist gratis und kommt aus Belgien, Splitwise hat ein Pro-Modell mit besserem Export.
  • Beobachter-Budgetrechner: Kostenlos, web-basiert, bewährt seit Jahrzehnten und genau auf Schweizer Haushalte abgestimmt — der schnellste Einstieg ohne App-Installation.

Banking-Apps mit Budget-Funktion

  • Neon: Kategorisiert Ausgaben automatisch über Tags, gratis, Schweizer Smartphone-Bank. Kein klassischer Budget-Block, aber starke Auswertung.
  • Zak (Bank Cler): Tochter von Cler, eigene Spar-Töpfe und Budget-Funktion direkt in der App.
  • Yuh: Joint-Venture von Swissquote und PostFinance, Multi-Currency, Spar-Buckets, gratis.
  • Yapeal: Vollständig digitale Schweizer Bank, einfache Budget-Sicht im Dashboard.
  • ZKB Spar-Tool, UBS Banking, PostFinance App, Migros Bank: Klassische Banken haben alle eine Spending-Analyse eingebaut, Tiefe variiert. PostFinance und Migros Bank zeigen Auswertungen pro Kategorie auch über mehrere Jahre.

Stadt vs. Land: Die ehrliche Gegenrechnung

Auf dem Land sind Miete und Steuern oft 30 bis 40 Prozent günstiger als in Zürich oder Genf, dafür brauchen Sie fast immer ein Auto. Ein Zweitwagen frisst CHF 400 bis CHF 700 pro Monat, womit der Mietvorteil schnell aufgebraucht ist. Wer einen Bahnhof in der Nähe und einen Job in Pendelreichweite hat, fährt mit dem Land-Modell besser. Wer im Jura oder im Toggenburg wohnt und täglich nach Zürich pendelt, zahlt am Ende mehr als jemand, der in Wipkingen wohnt und zu Fuss zur Arbeit geht.

Die Faustregel: Pro Stunde Pendeln pro Tag verlieren Sie nicht nur Lebenszeit, sondern im Schnitt CHF 800 bis CHF 1’200 pro Monat an Mehrkosten und entgangener Freizeit. Ziehen Sie das in Ihre Lebenshaltungskosten ein, sonst rechnen Sie sich auf dem Land ärmer, als Sie sind.

Häufige Fehler beim Budget

Vier Klassiker, die jede Budgetplanung sprengen, und die Sie mit der obigen Vorlage vermeiden:

  • Steuern vergessen: Wer keine monatliche Rückstellung macht, steht im März mit einer Rechnung über CHF 6’000 da und nimmt einen Konsumkredit auf. Konsumkredite sind in der Schweiz mit bis zu 12 Prozent Effektivzins legal und der schnellste Weg in die Schuldenfalle.
  • Krankenkasse zu spät wechseln: Wer den 30. November verpasst, zahlt ein ganzes Jahr mehr als nötig. Setzen Sie sich eine Erinnerung im Oktober.
  • Säule 3a aufschieben: «Ich fang nächstes Jahr an» kostet Sie am Ende fünfstellige Beträge. Lieber mit CHF 200 pro Monat starten als mit dem Maximum warten.
  • Ferien aus dem laufenden Konto zahlen: Sommerferien gehören in eine separate Rücklage, die das ganze Jahr über wächst. Wer im Juli die Kreditkarte glühen lässt, braucht bis November, um den Saldo wieder runterzubringen.
  • Erstmieter-Falle: Wer das erste Mal alleine wohnt, unterschätzt die Pflichtkosten in Mietkaution, Möbel-Erstausstattung und doppelter Krankenkassen-Abrechnung im Wechselmonat. Wer hier knapp plant, rutscht im dritten Monat ins Minus. Die komplette Stückliste steht im Ratgeber Erste eigene Wohnung in der Schweiz, die Kautions-Mechanik in Mietkaution Schweiz.

Wenn das Budget kippt: Schuldenprävention und Hilfsstellen

Wer feststellt, dass die Lebenshaltungskosten Schweiz dauerhaft über dem Lohn liegen, gehört nicht in den Konsumkredit, sondern zu einer kostenlosen Budgetberatung. Die Schweiz hat ein dichtes Netz an Anlaufstellen, das viele zu spät nutzen.

  • Caritas Schuldenberatung: In jeder Region vertreten, kostenlos, bricht ein vermurkstes Budget in einen tragfähigen Tilgungsplan um. Termin meist innert zwei bis drei Wochen.
  • Schuldenberatung Schweiz: Dachverband mit standardisierter Methodik, hilft auch bei Pfändungen und Privatkonkurs-Vorbereitung.
  • Plusminus Genève: Spezialisiert auf die Westschweiz, Beratung auf Französisch, oft erste Adresse in Genf, Waadt, Neuenburg.
  • Pro Senectute: Kostenlose Budgetberatung speziell für Pensionierte und Angehörige, mit Fokus auf Ergänzungsleistungen, Heimkosten und Witwenrente.
  • SKOS-Richtlinien: Die Konferenz für Sozialhilfe legt verbindliche Sätze für den Grundbedarf fest. Aktuell rechnet die SKOS für eine Einzelperson mit einem Grundbedarf von CHF 1’031 pro Monat plus Wohnkosten und Krankenkasse — der harte Boden, unter den niemand fallen sollte.
  • Existenzminimum: Bei einer Pfändung legt das Betreibungsamt das betreibungsrechtliche Existenzminimum fest, kantonal unterschiedlich. Der Wert ist höher als die Sozialhilfe-Sätze und schützt das Einkommen vor Vollpfändung.