Tragegurte sind verstellbare Gurte, mit denen zwei Personen schwere Möbel oder Geräte gemeinsam tragen. Das Gewicht verteilt sich dabei auf Schultern oder Unterarme statt nur auf die Hände.
Beispiel: Eine massive Eichenkommode muss vom Wohnzimmer zum Lift. Mit Tragegurten über den Schultern heben zwei Helfer sie aus den Beinen an, statt sie mit den Fingern an der Unterkante zu halten.
Warum der Begriff beim Umzug wichtig ist
Schwere Möbel werden beim Zügeln oft nur mit den Händen gegriffen. Das belastet Finger und Rücken, und das Stück rutscht leichter ab. Tragegurte nutzen die stärkere Bein- und Schultermuskulatur, halten den Gegenstand näher am Körper und verringern so das Risiko von Verletzungen, Kratzern an Türrahmen und Schäden am Möbel.
Was dazugehört
- Zwei Gurte oder ein Gurtsystem mit Schulter- oder Unterarmschlaufen und Längenverstellung.
- Zwei Personen mit ähnlicher Körpergrösse, die sich vorher auf Kommandos zum Heben und Absetzen einigen.
- Ein freigeräumter Trageweg ohne Stolperfallen, Teppiche oder herumstehende Kartons.
- Ergänzend Sackkarre oder Möbelroller für ebene Strecken.
Worauf man achten sollte
- Die Gurte so einstellen, dass die Last knapp über dem Boden hängt; zu lange Gurte lassen das Stück pendeln und an Wände schlagen.
- Auf Treppen trägt die untere Person mehr Gewicht, deshalb geht die kräftigere Person unten, und beide sprechen jeden Absatz ab.
- Die vom Hersteller angegebene Tragkraft beachten, Schubladen vorher leeren und Türen mit Klebeband oder Folie sichern.
Kosten, Fristen oder Regeln
Tragegurte gibt es im Baumarkt und bei Vermietern von Umzugsfahrzeugen. Umzugsfirmen bringen eigene Tragehilfen mit, sie sind in der Regel Teil der Arbeitsleistung. Gesetzliche Vorgaben für private Umzüge gibt es nicht, massgebend ist die Tragkraft auf dem Etikett. Wer Helfer gegen Lohn beschäftigt, sollte zudem Unfallversicherung und Haftung vorher klären.
Abgrenzung
Tragegurte sind Hilfsmittel für das Tragen durch Menschen. Spanngurte oder Zurrgurte sichern dagegen die Ladung im Fahrzeug und eignen sich nicht zum Tragen. Für längere ebene Strecken sind Möbelroller oder Sackkarre oft schonender als jedes Tragen.