Sie ziehen um und fragen sich, ob Sie Ihr Internet einfach mitnehmen oder lieber den Anbieter wechseln. Die ehrliche Antwort beim Internet Umzug Schweiz: Es kommt drauf an, ob an der neuen Adresse die gleiche Technologie liegt, wie lange Ihre Mindestvertragsdauer noch läuft und ob Sie bei Swisscom, Sunrise, Salt, Init7, iWay, Quickline, Yallo, Wingo, M-Budget, TalkTalk oder GreenNet sind. Dieser Guide zeigt Ihnen Schritt für Schritt, was geht — mit den echten Fristen, Gebühren und dem Sonderkündigungsrecht aus dem Fernmeldegesetz (FMG), das die wenigsten kennen. Aufsichtsrahmen liefern ComCom (Eidgenössische Kommunikationskommission) und BAKOM, Streitfälle landen bei der Ombudscom.
Inhalt auf einen Blick
- Internet beim Umzug — was geht und was nicht
- Sonderkündigungsrecht bei Nichtverfügbarkeit
- Anbieter-Vergleich: Swisscom, Sunrise, Salt, Init7, iWay, Quickline
- Glasfaser vs. Kupfer: Verfügbarkeit am neuen Standort prüfen
- Kosten und Fristen pro Anbieter
- Doppel-Internet für die Übergangszeit
- Router mitnehmen oder neu bestellen
- Häufige Fehler beim Internet-Umzug
Internet beim Umzug — was geht und was nicht
Grundsätzlich gilt in der Schweiz: Ihr Internetvertrag läuft über die Mindestvertragsdauer (meist 12 oder 24 Monate) und endet nicht automatisch, nur weil Sie umziehen. Das heisst, Sie haben drei Optionen.
Option 1: Anbieter mitnehmen. Sie melden den Umzug, der Anbieter schaltet Ihren Anschluss an der alten Adresse ab und an der neuen Adresse auf. In der Regel ist das die einfachste Lösung — vorausgesetzt, der Anbieter ist am neuen Standort überhaupt verfügbar. Bei nationalen Anbietern wie Swisscom, Sunrise, Salt, Init7 und iWay ist das fast immer der Fall. Bei regionalen Kabelnetzbetreibern wie Quickline, GGA Maur oder netplus wird es enger.
Option 2: Anbieter wechseln. Wenn Ihre Mindestvertragsdauer abgelaufen ist (oder kurz davor steht), ist der Umzug der perfekte Moment, um zu einem besseren Tarif zu wechseln. Init7 fixt den Preis langfristig, Sunrise lockt regelmässig mit Neukunden-Rabatten, Salt Fiber kostet seit Jahren stabil 39.95 CHF pro Monat. Wer drei Jahre lang denselben Anbieter hatte, zahlt fast immer zu viel.
Option 3: Sonderkündigung. Wenn der Anbieter am neuen Standort nicht verfügbar ist oder die gleiche Leistung nicht liefern kann, haben Sie in den meisten Fällen ein Sonderkündigungsrecht — auch mitten in der Mindestvertragsdauer. Dazu gleich mehr.
Faustregel: Melden Sie den Umzug mindestens 30 Tage vor dem Zügeltermin, besser 1 bis 2 Monate vorher. Bei Glasfaser-Neuanschlüssen in Häusern, in denen noch keine OTO-Dose gesetzt ist, brauchen Sie eher 2 bis 3 Monate Vorlauf, weil ein Techniker die Faser noch ziehen muss.
Sonderkündigungsrecht bei Nichtverfügbarkeit
Das ist der Teil, den Sie wissen müssen, bevor Sie dem Anbieter zusagen, dass alles okay ist. In der Schweiz gilt: Wenn der Anbieter Ihnen am neuen Standort nicht die vereinbarte Leistung liefern kann, dürfen Sie den Vertrag ausserordentlich kündigen — auch wenn die Mindestvertragsdauer noch nicht abgelaufen ist. Das ist in den AGB der grossen Anbieter (Swisscom, Sunrise, Salt, Yallo, Wingo) explizit festgehalten und ergibt sich aus dem Fernmeldegesetz (FMG, Art. 12c zur ordentlichen und ausserordentlichen Vertragsbeendigung im Telekommunikationsbereich) sowie aus dem allgemeinen Vertragsrecht (OR Art. 119, Unmöglichkeit der Leistung). Die ComCom legt die Auslegung im Streitfall fest, das BAKOM überwacht die Marktbedingungen.
Konkret heisst das. Wenn Sie heute ein 1-Gbit/s-Glasfaser-Abo bei Swisscom haben und an der neuen Adresse nur noch 50 Mbit/s VDSL liefern können, ist das eine relevante Leistungsminderung — und Sie können sonderkündigen. Wenn der Anbieter überhaupt nicht verfügbar ist (z.B. Init7 oder iWay in einem Gebiet ohne Glasfaser), kündigen Sie erst recht.
So gehen Sie vor:
- Verfügbarkeit prüfen lassen. Rufen Sie den Anbieter an oder nutzen Sie den Online-Check mit der neuen Adresse. Lassen Sie sich schriftlich (E-Mail reicht) bestätigen, dass die Leistung nicht oder nur reduziert verfügbar ist.
- Sonderkündigung schriftlich einreichen. Per E-Mail oder Brief, mit Bezug auf die fehlende Verfügbarkeit. Frist: in der Regel 30 Tage zum Ende des Folgemonats, gerechnet ab dem Tag, an dem der Anbieter Ihnen die Nichtverfügbarkeit bestätigt.
- Router-Rückgabe organisieren. Die meisten Anbieter geben Ihnen 30 Tage Zeit, den gemieteten Router zurückzuschicken. Verpassen Sie die Frist, verrechnen sie zwischen 100 und 250 CHF.
- Letzte Rechnung prüfen. Mindestvertragsdauer-Reste dürfen nicht verrechnet werden, wenn die Sonderkündigung berechtigt ist. Bei Streit hilft das Ombudscom — die Schlichtungsstelle für Telekommunikation.
Wichtig: Wenn die gleiche Leistung verfügbar ist und Sie trotzdem wechseln wollen, gilt die normale Kündigungsfrist und Sie müssen die Mindestvertragsdauer ausreissen oder ablösen.
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Anbieter-Vergleich: Umzugsservice in der Schweiz
Hier die sechs wichtigsten Anbieter mit den realen Umzugskonditionen.
| Anbieter | Vorlauf | Umzugsgebühr | Doppelverrechnung | Mindestvertrag verlängert? |
|---|---|---|---|---|
| Swisscom | 1-2 Monate | meist gratis | nein, sauberer Übergang | nein |
| Sunrise | 30 Tage | meist gratis | nein | nein |
| Salt | 30 Tage | meist gratis (Salt Fiber) | nein | nein |
| Init7 | 2-3 Wochen | Setup nach Aufwand | nein, wenn vermerkt | nein |
| iWay | rund 10 Arbeitstage | nach Aufwand | nein | nein |
| Quickline | 30 Tage | je nach Region | nein | je nach Vertrag |
Swisscom Umzug melden
Swisscom ist der grösste Anbieter und am breitesten verfügbar. Sie melden den Umzug online im Kundencenter, telefonisch unter 0800 800 800 oder im Swisscom Shop. Vorlauf: 1 bis 2 Monate. Die Umzugsgebühr ist bei Privatkunden in der Regel kostenlos, sofern keine zusätzliche Technikermontage nötig ist. Swisscom verrechnet weder die alte noch die neue Adresse doppelt — sobald der neue Anschluss aktiv ist, wird der alte abgeschaltet.
Praxis-Tipp: Wenn Sie im alten Vertrag noch ein älteres Inone-Abo haben, lohnt sich der Wechsel zum aktuellen blue+ Abo beim Umzug fast immer — Swisscom rechnet das oft als Neukunden-Konditionen ab und Sie sparen pro Monat 10 bis 30 CHF.
Sunrise Umzug
Sunrise (seit der Übernahme von UPC auch im Kabelnetz aktiv) bietet den Umzug ebenfalls gratis an, solange der gewünschte Anschluss verfügbar ist. Anmeldung über das Kundenportal My Sunrise oder telefonisch. Vorlauf: 30 Tage. Wenn Sie vorher UPC-Kabelinternet hatten und an der neuen Adresse nur Glasfaser liegt, wird ein neuer Router geliefert — der alte Connect Box muss zurück.
Salt Umzug
Salt Fiber ist der Preisbrecher im Glasfaser-Markt: 39.95 CHF pro Monat für 10 Gbit/s, fix. Beim Umzug prüfen Sie im Kundenportal, ob Ihr Tarif am neuen Standort verfügbar ist. Verfügbar ist Salt Fiber überall dort, wo Swisscom-Glasfaser oder ein offenes Glasfasernetz liegt — also in den meisten Schweizer Städten und vielen Agglomerationen. Vorlauf: 30 Tage. Ist Salt Fiber nicht verfügbar, können Sie sonderkündigen.
Init7 Umzug (Fiber7)
Init7 ist die Wahl für Nerds und alle, die ein offenes, drosselungsfreies Glasfasernetz wollen. Der Umzug funktioniert bei Init7 in drei Schritten: Verfügbarkeit prüfen, neue Bestellung mit dem Vermerk «Umzug» im Kommentarfeld absenden, alte Adresse und gewünschtes Abschalt- und Aufschaltdatum eintragen. Wichtig: Ohne den Vermerk werden beide Standorte parallel verrechnet. Init7 liefert ausschliesslich auf reinen Glasfaseranschlüssen (FTTH mit OTO-Dose) — wenn am neuen Standort nur Kupfer oder ein geschlossenes Kabelnetz liegt, geht es nicht und Sie sonderkündigen.
iWay Umzug
iWay ist als Schweizer Provider in der ganzen Schweiz verfügbar (DSL, Glasfaser, teilweise Kabel). Der Umzug dauert rund 10 Arbeitstage ab Meldung. Wenn am neuen Standort eine andere Technologie liegt, schickt iWay Ihnen einen passenden Router zu. Bei Neubauten teilen Sie iWay schon beim Bestellen mit, dass das Gebäude noch nicht fertig ist — sie klären die Anschlusstechnologie mit dem Bauträger ab. iWay ist eine gute Wahl, wenn Sie Wert auf Schweizer Support, IPv6 nativ und faire Tarife legen.
Discount-Anbieter (Yallo, Wingo, M-Budget, TalkTalk, GreenNet)
Wer beim Umzug auf den Preis schaut, landet schnell bei den Tochtermarken: Wingo ist die Online-Marke von Swisscom (gleiches Netz, schlankerer Tarif ab 49.90 CHF/Monat für 1 Gbit/s), Yallo Home gehört zu Sunrise, M-Budget Internet wird ebenfalls über Sunrise abgewickelt (Migros-Kooperation), TalkTalk gehört zu Sunrise, GreenNet setzt auf Ökostrom-Backbone und Swisscom-Vorleistung. Beim Umzug gilt: 30 Tage vorher melden, online im Selfcare-Portal. Da diese Anbieter auf der Infrastruktur der grossen drei laufen, ist die Verfügbarkeit identisch — Sie müssen aber prüfen, ob das konkrete Glasfasernetz freigeschaltet ist (z.B. ein Salt-Tarif funktioniert nicht überall, wo Wingo verfügbar ist). Wer in die erste eigene Wohnung zieht, fährt mit Wingo oder M-Budget oft am günstigsten.
Quickline Umzug
Quickline ist ein Verbund regionaler Kabelnetzbetreiber und in vielen ländlichen Gebieten der Mittellandes und im Berner Oberland stark. Umzug melden 30 Tage vorher per myQuickline, Online-Formular oder telefonisch unter 0800 84 10 20. Beim Umzug zwischen zwei Quickline-Regionen läuft alles glatt. Aber: Quickline ist nicht national verfügbar — wenn Sie aus Spiez nach Lausanne ziehen, gibt es kein Quickline mehr und Sie müssen sonderkündigen. E-Mailadressen, Telefonnummern und das TV-Konto werden bei einem internen Umzug 1:1 mitgenommen.
Glasfaser vs. Kupfer: Verfügbarkeit am neuen Standort prüfen
Bevor Sie entscheiden, ob Sie den Anbieter mitnehmen oder wechseln, müssen Sie wissen, welche Technologie am neuen Standort liegt. In der Schweiz gibt es vier gängige Anschlussarten:
- FTTH (Fiber to the Home) — reine Glasfaser bis in die Wohnung, OTO-Dose im Wohnungseingang. Ermöglicht 1 bis 25 Gbit/s. Standard in den meisten Schweizer Städten seit dem flächendeckenden Glasfaserausbau.
- G.fast / FTTS (Fiber to the Street) — Glasfaser bis zum Strassenverteiler, letzte Meter über Kupfer. Bis ca. 500 Mbit/s, je nach Distanz.
- VDSL / VDSL Vectoring — klassisches Kupferkabel, 50 bis 300 Mbit/s. In vielen ländlichen Gegenden noch der Standard.
- HFC (Kabelnetz) — Coax-Kabel via UPC/Sunrise oder regionale Anbieter wie Quickline, GGA Maur, netplus. Bis 1 Gbit/s, asymmetrisch (Upload langsamer).
So prüfen Sie die Verfügbarkeit:
- Anbieter-Check. Auf swisscom.ch, sunrise.ch, salt.ch, init7.net, iway.ch und quickline.ch gibt es jeweils einen Verfügbarkeits-Check. Adresse eingeben, Resultat lesen.
- OTO-Nummer. Wenn Ihre neue Wohnung schon eine OTO-Dose (Optical Telecommunications Outlet) hat, geben Sie die OTO-ID auf init7.net/de/support/umzug/ ein — Sie sehen sofort, welches Glasfasernetz drauf liegt und welche Anbieter kompatibel sind.
- Vermieter fragen. Bei Neubauten oder unklaren Situationen den Vermieter oder die Hausverwaltung fragen, welche Anschlussdosen vorhanden sind. Ein Foto der Anschlussdose im Wohnungseingang spart Ihnen später Stunden Telefonieren.
- BAKOM-Breitbandatlas. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) führt eine Breitbandatlas-Karte unter map.geo.admin.ch — dort sehen Sie auf Strassenebene, welche Technologien verfügbar sind. Ergänzend zeigt der Telecom Atlas regionale Glasfasernetze.
- Glasfasernetz hinter dem Anschluss. Auf reinen FTTH-Anschlüssen liegt entweder das Swisscom-Netz, ein Local Fibre Network (LFN) im Rahmen der Swiss Fibre Net AG oder das Netz eines regionalen Versorgers wie ewz (Zürich), EKZ Glasfaser, BKW oder SAK St. Gallen. Welche Anbieter Sie buchen können, hängt vom Netzbetreiber ab — auf einem ewz-Anschluss laufen z.B. Init7, iWay, Quickline und Salt, auf einem reinen Swisscom-Single-Fiber meist nur Swisscom und Wingo.
- Vergleichsplattformen nutzen. Comparis, dschungelkompass.ch und Verivox CH zeigen Ihnen tagesaktuelle Tarife pro Adresse. Praktisch, um beim Umzug zu sehen, ob ein Wechsel günstiger ist als das Mitnehmen.
Konkret: Wenn Sie von Zürich nach Bern in eine Altbauwohnung ziehen und vorher Init7 mit 10 Gbit/s hatten, prüfen Sie als erstes, ob die neue Adresse FTTH hat. Hat sie nur VDSL, müssen Sie entweder auf Sunrise oder Swisscom DSL ausweichen (Init7 funktioniert dort nicht) oder Init7 sonderkündigen.
Kosten und Fristen pro Anbieter
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick.
Swisscom. Umzug 1 bis 2 Monate vorher melden. Umzugsgebühr: in der Regel 0 CHF (Privatkunden). Technikertermin nur nötig, wenn die OTO-Dose noch nicht aktiv ist. Router (Internet-Box) wird mitgenommen oder gegen ein neues Modell getauscht, falls die Technologie wechselt. Rückgabefrist alter Router: 30 Tage nach Vertragsende, sonst 200 CHF Gebühr.
Sunrise. Umzug 30 Tage vorher melden. Umzugsgebühr: 0 CHF, wenn die Leistung verfügbar ist. Router (Connect Box oder Sunrise Internet Box) tauschbar. Rückgabefrist: 30 Tage, Gebühr bei Verlust ca. 200 CHF.
Salt. Umzug 30 Tage vorher melden. Umzugsgebühr: 0 CHF bei Salt Fiber, sofern der Anschluss verfügbar ist. Router (Salt Fiber Box) wird mitgezogen. Rückgabefrist bei Vertragsende: 30 Tage.
Init7. Umzug 2 bis 3 Wochen vorher melden. Setup-Gebühr je nach Aufwand (in der Regel 49 CHF), kein zusätzlicher Aufpreis fürs Mitnehmen. Router (Fiber7-Box oder eigener Router via PPPoE) bleibt bei Ihnen.
iWay. Umzug rund 10 Arbeitstage vor dem Termin melden. Setup-Gebühr nach Aufwand. Bei Technologiewechsel neuer Router gratis dazu. Rückgabe alter Router: 14 Tage.
Quickline. Umzug 30 Tage vorher melden. Gebühr regional unterschiedlich, oft 0 CHF innerhalb des Quickline-Gebiets. Bei Technikerbesuch ggf. 89 bis 149 CHF.
Praxis-Tipp: Fragen Sie beim Umzugstelefonat aktiv nach Rabatten oder einem Tarifupgrade. Viele Anbieter haben interne Spielräume und schenken Ihnen 3 bis 6 Monate Gratis-Internet, wenn Sie höflich nachhaken — gerade wenn Ihr Vertrag schon ein paar Jahre läuft.
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Doppel-Internet für die Übergangszeit
Manchmal überschneiden sich alte und neue Wohnung um ein paar Tage oder Wochen — typischerweise in der Schweizer Übergangsphase zwischen den Zügelterminen 31. März / 30. September. In dieser Zeit brauchen Sie an beiden Adressen Internet. Planen Sie das früh ein: am besten parallel zur Umzugscheckliste Schweiz, gemeinsam mit Strom anmelden und der Ummeldung bei der Wohngemeinde. Zwei Lösungen für die Lücke.
Variante 1: Doppel-Internet beim gleichen Anbieter. Swisscom, Sunrise und iWay schalten den neuen Anschluss auf, lassen den alten parallel laufen und schalten erst zum vereinbarten Datum ab. In der Regel werden die überlappenden Tage anteilig verrechnet — Sie zahlen also für ein paar Tage beide Anschlüsse, was meist 30 bis 60 CHF kostet. Init7 verrechnet nur, wenn Sie den Hinweis «Umzug» im Kommentar vergessen — sonst wird gezielt umgeschaltet.
Variante 2: Mobiles Internet als Brücke. Wenn Sie nur ein paar Tage Lücke haben, ist eine Mobile-Daten-SIM die billigere Lösung. Salt, Sunrise und Swisscom haben Prepaid-Datenpakete ab 19 CHF mit 50 bis 100 GB. Reicht für Homeoffice, Streaming und Smart-Home für ein bis zwei Wochen. Wichtig: 5G-Empfang am neuen Standort vorher mit Ihrem Handy testen — in Kellerwohnungen oder im hinteren Tal wird es eng.
Router mitnehmen oder neu bestellen
Die Frage hängt davon ab, ob die Technologie am neuen Standort gleich bleibt.
Bleibt die Technologie gleich (z.B. Glasfaser zu Glasfaser im gleichen Anbieter): Router mitnehmen, an der neuen OTO-Dose oder an der DSL-Dose anschliessen, fertig. Bei Init7 und Salt Fiber funktioniert das problemlos.
Wechselt die Technologie (z.B. von Kabel auf Glasfaser oder von DSL auf Fiber): Sie brauchen einen neuen Router. Anbieter schicken den in der Regel 3 bis 5 Tage vor dem Aktivierungstermin per Post. Den alten Router müssen Sie innerhalb von 14 bis 30 Tagen zurückschicken, sonst wird er verrechnet (100 bis 250 CHF, je nach Modell).
Eigener Router. Wenn Sie einen eigenen Router (z.B. AVM Fritz!Box, Mikrotik, Ubiquiti UniFi) nutzen, prüfen Sie vorher, ob das neue Anbieter-Setup PPPoE, DHCP oder eine spezielle Konfiguration verlangt. Init7 dokumentiert die Konfigs offen auf init7.net, Swisscom verlangt mittlerweile auch nicht mehr zwingend die Internet-Box. Bei Sunrise und Salt ist das Bring-your-own-Device-Modell weniger gut dokumentiert — kurz beim Support fragen, dann haben Sie Klarheit.
Praxis-Tipp Mesh-Wifi: Wenn Sie in eine grössere oder verwinkelte Wohnung ziehen, ist der Umzug der richtige Moment, um in ein Mesh-System zu investieren (TP-Link Deco, AVM Fritz!Repeater Mesh, Ubiquiti UniFi). Anbieter-Router decken oft nur 80 bis 100 m² zuverlässig ab — alles dahinter braucht Hilfe.
Häufige Fehler beim Internet-Umzug
Fehler 1: Zu spät melden. Wer den Umzug erst eine Woche vor dem Zügeltag meldet, sitzt am Einzugstag ohne Internet auf gepackten Kartons. Gerade bei Glasfaser-Neuanschlüssen ohne aktive OTO-Dose dauert es 2 bis 6 Wochen, bis ein Techniker kommt. Faustregel: 1 bis 2 Monate Vorlauf.
Fehler 2: Verfügbarkeit nicht prüfen. Sie gehen davon aus, dass Ihr Anbieter überall verfügbar ist, und entdecken am Tag des Umzugs, dass es nicht klappt. Immer vorher prüfen — am besten mit der konkreten Adresse, nicht nur mit der Postleitzahl.
Fehler 3: Sonderkündigungsrecht nicht nutzen. Viele Mieter zahlen Mindestvertragsdauer ab, obwohl der Anbieter am neuen Standort gar nicht liefern kann. Wenn die Leistung nicht verfügbar ist, haben Sie das Recht zur ausserordentlichen Kündigung. Schriftlich, mit Bezug auf die Bestätigung der Nichtverfügbarkeit.
Fehler 4: Router zu spät zurückschicken. Die Rückgabefrist von 14 bis 30 Tagen ist hart — danach werden 100 bis 250 CHF verrechnet, oft ohne weitere Vorwarnung. Packen Sie den alten Router direkt am Tag der Umstellung in die mitgelieferte Rücksendebox.
Fehler 5: Doppelverrechnung übersehen. Bei Init7 und einigen kleineren Anbietern werden alte und neue Adresse parallel verrechnet, wenn Sie den Umzug nicht klar vermerken. Beim Bestellen explizit «Umzug» mit alter Adresse und Abschaltdatum reinschreiben.
Fehler 6: Kein Tarifupgrade beim Umzug. Der Umzug ist der beste Moment, um bei Ihrem Anbieter über bessere Konditionen zu verhandeln — oder zu wechseln. Wer drei Jahre denselben Vertrag hatte, zahlt fast immer zu viel. Vergleichen Sie aktuelle Promos auf comparis.ch, dschungelkompass.ch oder direkt bei den Anbietern.
Fehler 7: Keinen Backup-Plan haben. Wenn am Einzugstag kein Internet läuft (Techniker krank, Lieferung verspätet, OTO-Dose defekt), brauchen Sie einen Plan B. Mobile-Datenpaket im Schrank oder Hotspot vom Handy retten Ihnen den ersten Homeoffice-Tag.
Fehler 8: Adresse beim Anbieter vergessen zu aktualisieren. Selbst wenn Sie sonderkündigen und den Anbieter wechseln — die letzte Rechnung, der Router-Rücksendebeleg und allfällige Mahnungen gehen an die hinterlegte Adresse. Mehr dazu in unserem Guide zur Adressänderung beim Umzug.
