Drei Wochen vor dem Zügeltag stehen Sie in der Wohnung und schauen auf das alte Sofa, den Schrank vom Vormieter und die Matratze, die längst durchgelegen ist. In den neuen vier Wänden hat das alles nichts verloren — und in den Zügelwagen passt es auch nicht. Willkommen im Sperrgut-Problem, das fast jeder Schweizer Umzug mit sich bringt.
Die gute Nachricht: Sperrgut entsorgen ist in der Schweiz erstaunlich gut geregelt, wenn Sie wissen, wo Sie klingeln müssen. Die schlechte: Wer es falsch macht, kassiert eine Busse zwischen 300 und 1’000 Franken — und zwar nicht in der Theorie, sondern jede Woche an realen Briefkästen. Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie Möbel, Matratzen und alten Hausrat in der Schweiz legal, günstig und ohne Stress loswerden.
Inhalt auf einen Blick
- Was zählt überhaupt als Sperrgut?
- Sperrgutmarke und Abholung pro Gemeinde
- Sammelstellen und Entsorgungshöfe
- Cargo Tram in Zürich, Bern und Basel
- Verkaufen statt entsorgen — Tutti, Ricardo, Brockenhaus
- Spenden an Caritas, Heilsarmee und Emmaus
- Illegale Entsorgung: 300 bis 1’000 Franken Busse
- Sperrgut-Kosten in den zehn grössten Schweizer Städten
- Häufige Fehler und Praxis-Tipps
Was zählt überhaupt als Sperrgut?
Sperrgut ist alles, was zu gross, zu schwer oder zu sperrig für den normalen Kehrichtsack ist und gleichzeitig nicht in eine Recycling-Kategorie fällt. Klingt schwammig, ist es auch — jede Gemeinde definiert es leicht anders.
Klassisches Sperrgut:
- Sofas, Sessel, Polstermöbel
- Matratzen, Lattenroste, Bettrahmen
- Schränke, Kommoden, Regale (zerlegt oder ganz)
- Teppiche und Teppichböden
- Kinderwagen, Kindersitze, Reisekoffer
- Skier, Snowboards, Velos ohne Räder
- Holzpaletten, Bretter über 1 Meter
Kein Sperrgut, sondern Sonderfall:
- Elektrogeräte (Kühlschrank, Waschmaschine, TV) → kostenlos zurück zum Händler oder in jede Verkaufsstelle, vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) ist beim Kauf bezahlt. Träger sind S.EN.S (Haushalt), SWICO (IT/Unterhaltungselektronik) und SLRS (Leuchten)
- Bauschutt, Sanitärkeramik, WC, Lavabo → Entsorgungshof, kostenpflichtig nach Gewicht
- Sondermüll wie Farben, Lacke, Batterien → Sammelstelle für Sonderabfälle, in jeder grösseren Gemeinde mit fixem Annahmetag
- Kleider und Textilien → Texaid- oder Solidar-Suisse-Container, fast in jedem Quartier
- Möbel-Recycling (Vollholz, Polster, Matratzen) → Mobilis und ähnliche Werkstätten zerlegen und führen Materialien in den Kreislauf zurück
- Glas, Metall, Karton, Papier → reguläre Sammlung der Gemeinde
Faustregel: Wenn Sie es nicht aufrecht durch eine normale Wohnungstür kriegen oder es länger als 1.5 Meter ist, behandelt es Ihre Gemeinde fast sicher als Sperrgut. Im Zweifel ein Anruf bei der Werkhof-Hotline der Stadt — fünf Minuten, die Ihnen später Ärger sparen.
Sperrgutmarke und Abholung — wie es in Ihrer Gemeinde läuft
Die Schweiz kennt drei grundsätzliche Modelle, wie Sperrgut von der Strasse verschwindet:
1. Sperrgutmarke und Abholung am Strassenrand
Sie kleben eine kostenpflichtige Marke auf jedes Stück, stellen es am Abend vor der Abholung raus, am nächsten Morgen ist es weg. Dieses Modell nutzen unter anderem Zürich (ERZ Sperrgutmarke CHF 5 pro Stück bis 25 kg), Winterthur, Luzern und viele Mittelland-Gemeinden.
2. Bringsystem zum Entsorgungshof oder Werkhof
Sie fahren Ihr Sperrgut selbst zum Entsorgungshof der Gemeinde und zahlen nach Gewicht oder Stückpreis. Bern arbeitet mit dem Entsorgungshof an der Murtenstrasse, St. Gallen mit dem Werkhof Hagenbuch. Vorteil: oft günstiger pro Kilo. Nachteil: Sie brauchen ein Auto oder einen Anhänger.
3. Anmelde-Abholung auf Bestellung
Sie melden Ihr Sperrgut online oder telefonisch an, bekommen einen Termin und stellen es zur vereinbarten Zeit raus. Basel, Lausanne und Genf fahren grossteils dieses System. In Basel ist es über die normale Sperrgutabfuhr abgedeckt, die Kosten gehen über die kommunale Abfallgebühr.
Jede Gemeinde hat ihre eigene Webseite mit Abfuhrkalender und Tarifen. Suchen Sie einfach «Sperrgut + [Ihre Gemeinde]» — die offizielle .ch-Domain steht oben. Verlassen Sie sich nie auf Hörensagen, die Regeln ändern sich öfter als man denkt.
Sammelstellen und Entsorgungshöfe — die Gratis-Variante (oft)
Wer sein Sperrgut selbst transportieren kann, fährt fast überall günstiger als mit Marke oder Abholung. Die meisten grösseren Gemeinden betreiben einen Werkhof oder Entsorgungshof, an dem Sie Ihr Material abgeben können. Hinter den Werkhöfen stehen die kommunalen Entsorgungsbetriebe: ERZ Entsorgung + Recycling Zürich, EWB Energie Wasser Bern, IWB Industrielle Werke Basel, in der Romandie Genève Tri und Service de la Propreté Lausanne. Jeder Betrieb hat einen eigenen Abfuhrkalender und teilweise eine App fürs Smartphone.
- Zürich: Recyclinghof Werdhölzli, Hagenbuch und Eichbühl. Sperrgut nach Gewicht, ab CHF 0.70 pro Kilo. Elektroschrott, Metall, Holz, Karton kostenlos.
- Bern: Entsorgungshof Murtenstrasse, Sperrgut CHF 5 pro 50 Liter, Holz und Metall separat und günstiger.
- Basel: Recyclinghöfe Elsässerstrasse und Schoren, Sperrgut über die normale Gebühr, Metall und Holz gratis.
- Lausanne: Déchetterie de Malley, Sperrgut nach Volumen.
- Genf: ESREC La Praille und ESREC Les Chânats, Sperrgut bis 1 m³ pro Tag gratis für Privatpersonen.
- Luzern: Werkhof Ibach, Sperrgut CHF 4 pro 60-Liter-Sack oder per Stück.
- St. Gallen: Entsorgungspark Hagenbuch, Sperrgut nach Volumen und Stückzahl.
Wichtig: Ausweis mitnehmen. Viele Höfe akzeptieren nur Einwohner der jeweiligen Gemeinde — wer mit Zürcher Plate in Schlieren auftaucht, fährt mit vollem Anhänger wieder heim.
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Cargo Tram und E-Tram — das Schweizer Original
Drei Schweizer Städte haben eine Idee, um die Welt beneidet: Sie schicken ihre Trams als Recycling-Sammelstellen durch die Quartiere.
Cargo Tram Zürich
Seit 2003 fährt das Cargo Tram der ERZ (Entsorgung und Recycling Zürich) durch die Stadt und sammelt Sperrgut, Metall und Elektroschrott — kostenlos für Privatpersonen mit Wohnsitz in Zürich. An rund neun Standpunkten stoppt das Tram nach Fahrplan, Sie bringen Ihr Sofa oder Ihren Schrank direkt zum Halteplatz, das Cargo Tram nimmt es mit. Aktuelle Standpunkte: Hegibachplatz, Wipkingerplatz, Bahnhof Wiedikon, Helvetiaplatz, Albisriederplatz, Lindenplatz, Bucheggplatz, Morgental, Hardplatz. Die Termine stehen im ERZ-Abfallkalender.
Das E-Tram ergänzt das Angebot für Elektroschrott. Beide Trams sind gratis, beide nur für Privatpersonen, beide nur für Mengen, die Sie selbst tragen können — keine ganzen Wohnungsauflösungen.
Cargo Tram Bern
Auch Bernmobil hat ein eigenes Cargo Tram, das im Auftrag von Energie Wasser Bern an festgelegten Stationen stoppt und Sperrgut sowie Elektroschrott einsammelt. Die Routen wechseln, die Termine finden Sie im EWB-Entsorgungskalender.
Cargo Tram Basel
Basel hat das Konzept ebenfalls übernommen — die BVB schickt mit der Stadtreinigung ein Cargo Tram durch verschiedene Quartiere, vor allem im Umfeld der Quartierzentren.
Wenn Sie in einer dieser drei Städte wohnen und nur ein paar Stücke loswerden wollen, ist das Cargo Tram fast immer die billigste und nachhaltigste Lösung. Kein Auto, keine Marke, keine Termin-Akrobatik.
Verkaufen statt entsorgen — wenn Ihr Sofa noch was wert ist
Bevor Sie Geld bezahlen, um etwas loszuwerden, fragen Sie sich: Würde jemand anderes Geld dafür bezahlen, es zu bekommen? Erstaunlich oft lautet die Antwort ja. Möbel aus den letzten zehn Jahren, intakte Markenstücke und alles aus Vollholz finden in der Schweiz schnell Abnehmer.
| Plattform | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|
| Tutti.ch | Reichweite Nr. 1, kostenlos für Privatinserate, lokale Abholung | viele Schnäppchenjäger, viel Hin und Her |
| Ricardo.ch | Auktionsformat, gut für Sammlerstücke und Markenmöbel | Versand nervig, Provision bei Verkauf |
| Anibis.ch | Solide Alternative zu Tutti, vor allem in der Romandie stark | weniger Traffic |
| Marktplatz.ch | Klein, aber loyal, gut für Antiquitäten und Sammlerware | Reichweite begrenzt |
| Galaxus Marketplace | für gepflegte Markenmöbel und Elektronik mit Originalverpackung, hoher Vertrauensbonus | strenge Anbieter-Regeln, längere Freischalt-Zeit |
| Facebook Marketplace | sehr schnell, gut für Spontanverkäufe in der Stadt, regionale Quartier-Gruppen aktiv | viele Zeitverschwender, kein Käuferschutz |
| Brockenhaus | nimmt komplette Möbel, holt teilweise gratis ab — Caritas, Heilsarmee, HIOB, HEKS, Emmaus, Berner Brocki-Land, ÄtsBrocki, Pro Senectute | nicht alles wird genommen, kein Verkaufserlös |
| RonOrp / Free Your Stuff | verschenken statt entsorgen, in Zürich, Bern, Basel sehr aktiv | nur kleinere Stücke, schnelle Reaktion nötig |
Brockenhäuser kaufen Möbel in der Regel nicht an, sondern nehmen Spenden entgegen. Dafür haben viele einen Abholservice, der ganze Wohnungen ausräumt. Nicht jedes Stück wird angenommen — Ikea-Pressspan in schlechtem Zustand bleibt meistens stehen, ebenso durchgelegene Matratzen. Aber Vollholz, Polstergarnituren in gutem Zustand, Geschirr, Lampen und Bücher landen fast immer im Verkaufsraum.
Wenn die ganze Wohnung weg muss — Räumungs- und Entrümpelungsdienste
Bei einer Erbschaft, einem Auszug nach Jahrzehnten oder einer Auflösung im Notfall reicht das normale Sperrgut-System nicht mehr. Hier kommen private Räumungsdienste ins Spiel — sie packen, tragen, entsorgen und übergeben Ihnen am Schluss eine besenreine Wohnung.
Was die Räumung in der Schweiz kostet: Eine 3.5-Zimmer-Wohnung räumen lassen liegt erfahrungsgemäss zwischen CHF 1’500 und CHF 4’000, je nach Volumen, Stockwerk und Verwertungsgrad. Mit Pauschalpreis arbeiten unter anderem Räumungsservice24, Auflösungsservice.ch sowie regionale Anbieter, die Sie über Houzy, Local.ch oder direkt über die Umzugsfirma Ihres Vertrauens finden. Unser Umzugscheck-Plan zeigt Ihnen den Ablauf vom ersten Karton bis zur Wohnungsübergabe — Räumung passt da als Modul rein.
Was eine seriöse Räumungsfirma erkennen lässt:
- Vor-Ort-Termin gratis, schriftliche Offerte mit Pauschal- oder Stundensatz
- Versicherung (Haftpflicht und Transport) ist offengelegt
- Verwertbare Möbel werden angerechnet — Sie zahlen weniger, weil sie weiterverkauft werden
- Entsorgung mit Quittung vom Recyclinghof (kein wildes Abladen!)
- Besenreine Übergabe inkl. Reinigung gegen Aufpreis möglich
Vorsicht bei „Kostenlos räumen“-Angeboten — seriös ist das nur, wenn die Wohnung tatsächlich werthaltige Möbel enthält (Vollholz, Markenstücke, Antiquitäten). Sonst zahlen Sie am Ende doch, oder das Mobiliar verschwindet ohne saubere Entsorgung. Wer Kinder beim Aussortieren dabei hat, findet in unserem Guide zum Umzug mit Kindern Methoden, gemeinsam zu entscheiden, was bleibt.
Spenden — soziale Wirkung statt Container
Wer seine Möbel nicht verkaufen will und sie auch nicht im Schreddercontainer enden lassen mag, hat in der Schweiz ein dichtes Netz an sozialen Einrichtungen, die gut erhaltenes Mobiliar dankbar nehmen.
Caritas Markt und Caritas Brockenhaus
Die Caritas Schweiz betreibt rund 40 Brockenhäuser und Caritas-Märkte im ganzen Land. In vielen Kantonen gibt es einen kostenlosen Abholservice für grössere Möbelstücke, bei kleineren Artikeln bringen Sie sie direkt vorbei. Standorte unter anderem in Zürich, Luzern, St. Gallen, Solothurn, Aarau, Schaffhausen, Winterthur, Olten und Frauenfeld.
Heilsarmee Brockis
Die Heilsarmee betreibt über 30 Brockis in der Deutschschweiz, von Basel bis Chur. Sie nehmen Möbel, Geschirr, Kleider, Bücher und Hausrat — viele bieten kostenlose Abholung in der Region, einige verlangen einen kleinen Unkostenbeitrag für den Transport. Die Erlöse fliessen direkt in die soziale Arbeit.
Emmaus Genève und Emmaus Romandie
In der Westschweiz ist Emmaus die zentrale Adresse für Möbelspenden. Mehrere Standorte in Genf, Lausanne und Freiburg, teilweise mit Abholservice an mehreren Wochentagen.
HIOB und andere regionale Brockis
HIOB International betreibt rund 30 Brockenhäuser in der Schweiz, von Aarberg bis Zürich Albisrieden. Daneben gibt es lokale Brockenstuben in fast jeder grösseren Gemeinde — viele werden von Pro Senectute, Kirchgemeinden oder Nachbarschaftshilfen geführt.
So spenden Sie richtig:
- Vorher anrufen oder Online-Anfrage stellen mit Fotos
- Nur intakte Stücke anbieten — defekt heisst Sperrgut, nicht Spende
- Realistische Erwartung: nicht alles wird angenommen
- Termin bestätigen lassen, sonst stehen Sie am Umzugstag noch immer auf dem Sofa
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Illegale Entsorgung — die teuerste Variante
Es ist verlockend. Sie sind im Zeitstress, der Wagen ist zu klein, die Marke vergessen — und der Container der Migros sieht so leer aus. Lassen Sie es bleiben. In der Schweiz ist illegales Entsorgen eine Übertretung nach dem Umweltschutzgesetz und wird konsequent verfolgt.
Bussen-Bandbreite in der Praxis:
- Sperrgut neben dem Kehrichtcontainer abgestellt: ab CHF 200
- Sofa oder Matratze im öffentlichen Raum: CHF 300 bis 500
- Wilde Deponie im Wald oder am Waldrand: CHF 500 bis 1’000
- Wiederholungstäter oder grössere Mengen: über CHF 1’000 plus Verfahrenskosten
In Zürich, Genf und Lausanne sitzen mittlerweile Mitarbeiter der Stadtpolizei und der Entsorgungsbetriebe, deren einziger Job es ist, illegale Ablagerungen zu fotografieren, Adressen aus Briefen und Etiketten zu rekonstruieren und Bussen zu verschicken. Wer seinen alten Schrank mit dem eigenen Lieferschein an den Strassenrand stellt, hat innerhalb von zwei Wochen Post.
Auch nicht erlaubt:
- Sperrgut im Treppenhaus deponieren (Brandschutz, Fluchtweg)
- In fremde Container werfen (Hausfriedensbruch + Sachbeschädigung möglich)
- An einer Sammelstelle abladen ausserhalb der Öffnungszeiten
- Transport ohne Abdeckung — Bussgeld nach Strassenverkehrsgesetz
Sperrgut-Kosten in den zehn grössten Schweizer Städten
Die Preise sind gerundet, jeweils für Privatpersonen mit Wohnsitz in der Stadt. Tarife ändern sich periodisch — für aktuelle Werte immer die offizielle Webseite der Stadt oder den Werkhof direkt prüfen.
| Stadt | System | Preis Sperrgut | Gratis-Variante |
|---|---|---|---|
| Zürich | Sperrgutmarke ERZ | CHF 5 pro Stück bis 25 kg | Cargo Tram (kleine Mengen) |
| Genf | Bringsystem ESREC | bis 1 m³/Tag gratis | ESREC Les Chânats / La Praille |
| Basel | Anmelde-Abholung | über kommunale Gebühr | Recyclinghof Elsässerstrasse |
| Lausanne | Bringsystem | nach Volumen, ab CHF 5 | Déchetterie de Malley |
| Bern | Bringsystem Entsorgungshof | CHF 5 pro 50 Liter | Cargo Tram |
| Winterthur | Sperrgutmarke | CHF 4 pro Stück | Recyclinghof Eichliacker |
| Luzern | Werkhof / Marke | CHF 4 pro 60 Liter | Werkhof Ibach |
| St. Gallen | Entsorgungspark | nach Volumen | Hagenbuch (kleine Mengen) |
| Lugano | Anmelde-Abholung | über kommunale Gebühr | Centro Raccolta |
| Biel | Sperrgutmarke / Werkhof | CHF 4 pro Stück | Werkhof Bözingen |
Wer in einer kleineren Gemeinde wohnt, zahlt oft weniger — die Tarife liegen zwischen CHF 2 und CHF 10 pro Stück, abhängig vom System. Die Fahrt zum nächsten Entsorgungshof spart fast immer Geld, kostet aber Zeit und Sprit.
Häufige Fehler beim Sperrgut entsorgen
Fehler 1: Alles erst eine Woche vor dem Umzug planen
Sperrgut-Termine sind in vielen Gemeinden alle zwei bis vier Wochen. Wer am Mittwoch merkt, dass die nächste Abholung erst in drei Wochen stattfindet, hat ein Problem. Vier bis sechs Wochen Vorlauf einplanen, dann passt der Sperrgut-Termin in die Umzugswoche.
Fehler 2: Verkaufsversuche mit zu hohen Preisen
80 Prozent der Tutti-Inserate, die nicht verkaufen, sind 30 Prozent zu teuer angesetzt. Lieber einmal CHF 20 unter Marktpreis und in 24 Stunden weg, als drei Wochen warten und am Ende doch zur Sperrgutmarke greifen.
Fehler 3: Brockis nicht vorher anrufen
Sie fahren mit drei Stühlen, einem Schrank und einem Tisch zum Brocki — und sie nehmen nichts davon. Ohne Anruf vorher ist das Risiko hoch. Fünf Minuten Telefon sparen eine 40-Minuten-Fahrt.
Fehler 4: Elektrogeräte wie Sperrgut behandeln
Kühlschrank, Waschmaschine, TV oder Mikrowelle gehören nicht ins Sperrgut. Sie sind über die vRG (vorgezogene Recyclinggebühr) bereits bezahlt und werden in jeder Verkaufsstelle gratis zurückgenommen — Migros, Coop, Fust, Interdiscount, Mediamarkt. Wer sie als Sperrgut entsorgt, zahlt doppelt.
Fehler 5: Matratzen falsch behandeln
Matratzen sind in vielen Gemeinden teures Sperrgut — bis zu CHF 30 pro Stück. Gleichzeitig nehmen sie Brockis fast nie. Wer eine Matratze loswerden muss, sollte sie nicht in den Sammelcontainer stopfen (passt nicht), sondern direkt zum Entsorgungshof bringen oder per Marke abholen lassen.
Fehler 6: Sperrgut zu früh rausstellen
Stellen Sie Ihr Sperrgut erst am Vorabend des Abfuhrtags raus, nicht drei Tage vorher. Sonst regnet es rein, das Sofa wird zur Wasserleiche, und die Abfuhr darf es liegenlassen. Bei vielen Gemeinden gilt: nass = nicht abgeholt.
Fehler 7: Sperrgut ins Auto laden ohne Abdeckung
Wer einen Schrank ungesichert auf der Anhängerkupplung transportiert und dabei Teile verliert, riskiert eine Busse zwischen CHF 100 und 250. Spanngurte gibt es im Baumarkt für 15 Franken — billiger als jede Strafe.
Schritt für Schritt: Ihr Sperrgut-Plan vor dem Umzug
6 Wochen vorher
Inventar machen. Was bleibt, was geht, was wird verkauft, was gespendet, was entsorgt. Liste mit Stückzahl und ungefährem Volumen.
5 Wochen vorher
Verkaufs-Inserate auf Tutti, Ricardo und Facebook Marketplace online. Brocki anrufen für Spenden-Abholung, Termin fixieren.
4 Wochen vorher
Sperrgut-Termin der Gemeinde checken, Marken besorgen oder Abholung anmelden. Für Entsorgungshof: Anhänger oder Lieferwagen organisieren.
2 Wochen vorher
Erste Verkäufe abwickeln, Spenden abholen lassen. Was bis jetzt nicht weg ist, kommt in den Sperrgut-Stapel.
1 Woche vorher
Sperrgut auf den Vorabend des Termins vorbereiten. Marken kleben, Stücke beschriften, Standort definieren.
Tag vorher
Sperrgut nach Sonnenuntergang rausstellen — nicht früher, nicht später. Kontrollieren, dass alles am richtigen Ort ist.
Tag X
Abholung. Alles weg. Wohnung leer. Schlüssel zurück.
